von Lindsay Nash | Sep. 3, 2026 | Artikel
Entscheidungen über Fördermittel haben echtes Gewicht: Sie bestimmen oft, welche Projekte oder Organisationen gefördert werden, wie viel Unterstützung sie erhalten und welchen letztlichen Impact Zuwendungsempfangende erzielen können. Das bedeutet: Jede Entscheidung muss nachvollziehbar und begründbar sein. Jede Begutachtung sollte klar und unparteiisch erfolgen.
Was passiert also, wenn ein Interessenkonflikt entsteht? Wie gehen Sie damit transparent um? Es gibt immer den „Test der vernünftigen Person“: Wenn eine vernünftige, informierte außenstehende Person die Unparteilichkeit einer bzw. eines Gutachtenden infrage stellen würde, reicht das aus, um dem nachzugehen.
Doch das Offenlegen und Managen von Interessenkonflikten geht noch weiter. Fördermittelgebende müssen ihren Begutachtungsgremien klar kommunizieren, was als Interessenkonflikt gilt, und einen Prozess schaffen, der das Melden und Bearbeiten solcher Konflikte einfach macht.
In diesem Artikel gehen wir Beispiele für Interessenkonflikte durch und zeigen, wie Sie ein System schaffen, das Integrität und Transparenz bei der Vergabe von Fördermitteln stärkt.
Interessenkonflikte können vielfältige Auswirkungen auf die Ergebnisse eines Förderprogramms haben. Und Vertrauen – einmal beschädigt – ist oft teuer und zeitaufwendig wiederherzustellen.
Darum ist es wichtig:
Integrität der Ergebnisse: Geförderte Antragstellende sollten nach Leistung und/oder anhand eines festgelegten Bewertungsschemas ausgewählt werden – nicht aufgrund möglicher Beziehungen.
Vertrauen der Öffentlichkeit und Stakeholder: Schon der Anschein (oder ein Hinweis) von Voreingenommenheit untergräbt die Glaubwürdigkeit. Denken Sie daran: Spender, Begünstigte und der gesamte Sektor schauen genau hin.
Rechtliche und Compliance-Risiken: Nicht offengelegte Konflikte können regulatorische und Reputationsrisiken verursachen – insbesondere bei staatlich finanzierten Programmen.
Fairness gegenüber Antragstellenden: In den Antragsprozess fließen erhebliche Zeit und Ressourcen; Antragstellende verdienen im Gegenzug ein unparteiisches Verfahren.
Interessenkonflikte können in unterschiedlichen Formen auftreten, und Ihr Melde- und Managementprozess sollte alle berücksichtigen. Hier ein kurzer Überblick.
Das ist der Fall, wenn eine bzw. ein Gutachtende(r) ein direktes finanzielles Interesse an einer antragstellenden Organisation hat, darunter:
Beziehungen können eine unvoreingenommene Begutachtung erschweren. Dazu können gehören:
Das kann der Fall sein, wenn:
Diese Art von Konflikt kann Folgendes umfassen:
Auch wenn kein tatsächlicher Konflikt besteht, zählt bei Interessenkonflikten der Eindruck. Ermutigen Sie Gutachtende, alles offenzulegen, was auch nur problematisch wirken könnte. So lassen sich mögliche Probleme später besser adressieren.
Bevor der Begutachtungszeitraum überhaupt beginnt, sollten Sie folgende Schritte in Betracht ziehen:
Achten Sie beim Erstellen Ihrer Interessenkonflikt-Richtlinie darauf, Ihre eigene Definition der verschiedenen Konflikte, Ihren Offenlegungsprozess und mögliche Konsequenzen bei Nichtoffenlegung aufzunehmen. Prüfen und aktualisieren Sie die Richtlinie anschließend regelmäßig – insbesondere, wenn sich Ihre Begutachtungsgremien und das Programm weiterentwickeln.
Machen Sie es Ihren Gutachtenden einfach und schlank, Interessenkonflikte offenzulegen. Wenn es Teil des Prozesses ist, kann es für Gutachtende und/oder Programmverantwortliche ein einfacher, klarer Schritt sein.
In Good Grants gibt es zum Beispiel zwei Möglichkeiten, zu verhindern, dass eine bzw. ein Gutachtende(r) einen Antrag aufgrund potenzieller Interessenkonflikte bewertet.
Enthalten: von der bzw. dem Gutachtenden initiiertAusschließen: von der Förderprogrammverwaltung initiiert
Gutachtende können sich entscheiden, einen bestimmten Antrag nicht zu bewerten, und einen Kommentar hinzufügen, um den Interessenkonflikt zu erläutern oder zu dokumentieren.
Sie können außerdem Förderprogramm-Managerinnen und -Managern ermöglichen, eine bzw. einen Gutachtende(n) auf Verwaltungsseite auszuschließen. Eine Programmverantwortliche bzw. ein Programmverantwortlicher kann eine bzw. einen Gutachtende(n) mithilfe der Ausschlussfunktion aus einem oder mehreren Anträgen entfernen. Gutachtende werden nicht benachrichtigt, wenn sie ausgeschlossen werden, und ausgeschlossene Anträge erscheinen nicht in ihrer Begutachtungsliste.
Kommentare können hilfreich sein, um Offenlegungen und Ausschlüsse als Teil des Audit-Trails Ihres Programms zu dokumentieren.
Möchten Sie noch einen Schritt weitergehen? Bitten Sie Ihre Gutachtenden, nach der Begutachtung zu bestätigen, dass keine nicht offengelegten Konflikte aufgetreten sind. Bewahren Sie anschließend Unterlagen auf, falls Entscheidungen später angefochten werden.
Wenn Sie eine Interessenkonflikt-Richtlinie in Ihren Fördermittelprozess integrieren, werden sich Gutachtende sicher fühlen, Konflikte zu melden. Stellen Sie den Offenlegungsprozess als professionell, erwartet und normal dar – niemals als Vorwurf.
Mit einem solchen Prozess schützen Sie die Ergebnisse Ihrer Fördermittelvergabe, Ihre übergeordnete Mission und den Impact der Zuwendungsempfangenden.
Erfahren Sie, wie Good Grants einen fairen Begutachtungsprozess fördert – mit Tools zum Melden und Managen von Interessenkonflikten und mehr.
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