von Katia Ernst | Okt. 6, 2026 | Artikel
Stellen Sie sich vor, Sie haben Wochen in einen Förderantrag investiert. Sie klicken auf „Absenden“ und hören dann nichts mehr. Wer prüft den Antrag? Nach welchen Kriterien? Und wann kommt eine Antwort?
Für Antragstellende sind das echte Sorgen. Für Förderprogramme ist es eine Chance. Wer den Bewertungsprozess verständlich erklärt, schafft Vertrauen, spart sich Rückfragen und erhält bessere Anträge. Eine gezielte Kommunikationsstrategie für Antragstellende lohnt sich also!
Ein transparentes Bewertungsverfahren heißt: Antragstellende wissen vorab, anhand welcher Kriterien Anträge bewertet werden und welche Anforderungen sie für eine Bewilligung erfüllen müssen. Sie können die Regeln und den Zeitplan einsehen und müssen nicht raten.
Dafür müssen Sie nicht jedes Detail offenlegen. Vertrauliche Meinungen von Gutachtenden können (und sollten) intern bleiben. Wichtig ist, dass die Spielregeln klar sind.
Gerade bei Stiftungen, Verbänden und öffentlichen Förderern, deren Mittel für viele Organisationen existenziell sind, ist das wichtig. Transparente Verfahren sorgen auch bei Absagen für mehr Akzeptanz.
Eine gute Erklärung des Auswahlverfahrens beantwortet fünf einfache Fragen:
1. Wonach wird bewertet?
Legen Sie die Kriterien offen, am besten mit Gewichtung. Zum Beispiel: Wirkung 40 Prozent, Umsetzbarkeit 30 Prozent, Nachhaltigkeit 30 Prozent.
2. Wer bewertet?
Nennen Sie die Rollen, etwa Programmteam, externe Gutachtende oder Jury. Namen sind nicht nötig.
3. Wie läuft die Bewertung ab?
Beschreiben Sie die Phasen: Vollständigkeitsprüfung, inhaltliche Bewertung, Auswahlgremium, Entscheidung.
4. Wann kommt die Entscheidung?
Nennen Sie ein konkretes Datum oder den Zeitraum, in dem die Entscheidung bekanntgegeben wird. Nennen Sie auch Zwischenschritte.
5. Was passiert danach?
Erklären Sie, ob und in welcher Form es Rückmeldungen gibt.
Tipp: Kommunizieren Sie Ihre Kriterien als praktische Checkliste, die Sie in die Ausschreibung aufnehmen. Ergänzen Sie Leitfragen wie „Wen erreicht das Projekt?“ oder „Warum besteht gerade jetzt Handlungsbedarf für Ihre Zielgruppe?“. So können Antragstellende ihre Texte gezielt darauf ausrichten und Ihr Team muss weniger Rückfragen beantworten.
Transparenz funktioniert am besten, wenn Sie mehrmals und an den richtigen Stellen informieren.
Vor der Antragstellung: Veröffentlichen Sie den Ablauf in der Ausschreibung und auf der Programmseite. Eine kurze Übersicht oder Grafik hilft mehr als ein langer Fließtext. Ergänzen Sie eine Seite mit häufigen Fragen (FAQ).
Beim Absenden: Schicken Sie eine Eingangsbestätigung. Sie sollte den nächsten Schritt und das erwartete Datum nennen. Das gibt Sicherheit.
Während der Bewertung: Lange Funkstille erzeugt Unruhe. Eine kurze Statusmeldung genügt, zum Beispiel: „Ihr Antrag befindet sich in der inhaltlichen Bewertung. Die Entscheidung wird bis Ende November bekannt gegeben.“
Nach der Entscheidung: Informieren Sie alle Antragstellenden zeitgleich und respektvoll. Das ist ein Zeichen von Fairness.
Mit Good Grants lassen sich solche Nachrichten als Vorlagen anlegen und automatisch zum passenden Zeitpunkt versenden. Das spart Ihrem Team Zeit und stellt sicher, dass alle dieselben Informationen erhalten.
Unseren Daten zufolge geben nur 10 Prozent der Förderprogramme auf Good Grants ihren Antragstellenden nach der Bewertung Feedback. Die meisten Abgelehnten erfahren also lediglich, dass ihr Antrag nicht ausgewählt wurde, ohne zu wissen, warum.
Dabei kann Feedback eine wertvolle Maßnahme sein: Es macht Entscheidungen nachvollziehbarer und stärkt Fairness und Transparenz im Förderverfahren. Weil nur wenige Förderprogramme ihren Antragstellenden eine Rückmeldung geben, können Programme damit zugleich positiv hervorstechen und die Beziehung zu den Antragstellenden stärken. Schon zwei bis drei konkrete Sätze können einen Unterschied machen: Was war überzeugend? Wo gab es noch Lücken? Auch standardisierte Rückmeldungen zu den einzelnen Bewertungskriterien sind hilfreich.
Mit den Bewertungsfunktionen von Good Grants können Gutachtende ihre Einschätzungen strukturiert festhalten. Das Programmteam kann daraus mit wenig zusätzlichem Aufwand eine verständliche Rückmeldung für die Antragstellenden erstellen.
Zu viel Fachsprache. Begriffe wie „Scoring“ oder „Peer-Review“ sind im Team geläufig, Antragstellende kennen sie nicht immer. Erklären Sie sie kurz oder wählen Sie einfachere Worte.
Versprechen, die Sie nicht halten können. Nennen Sie nur Termine, die realistisch sind. Eine ehrliche Verzögerungsmeldung ist besser als Schweigen.
Kriterien, die sich im Verfahren ändern. Das untergräbt Vertrauen. Legen Sie die Kriterien vor dem Start fest und halten Sie sich daran. Wenn Sie außerdem wissen möchten, wie Sie Bewertungskriterien fair und nachvollziehbar gestalten, lesen Sie unseren Leitfaden für faire Fördermittelvergabe.
Unklare Zuständigkeit. Geben Sie eine feste Ansprechperson oder eine zentrale E-Mail-Adresse an.
Sie müssen nicht alles auf einmal umstellen. Beginnen Sie mit einer Seite, die den Ablauf Ihres Programms in fünf Schritten erklärt. Ergänzen Sie danach Ihre Kriterien und einen Zeitplan. Wenn Sie bereit sind, probieren Sie kurzes Feedback aus.
Jeder dieser Schritte macht Ihr Programm fairer und verständlicher. Er entlastet außerdem Ihr Team, weil weniger Rückfragen eintreffen.
Bei Good Grants glauben wir: Grantmaking darf einfach und fair sein, für Antragstellende genauso wie für die Menschen, die Förderprogramme verwalten. Wenn Sie sehen möchten, wie Sie Kommunikation und Bewertung in einer Plattform bündeln, fordern Sie eine kostenlose 14-tägige Testversion an.
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